Übersicht

Playbook: Hybride Versorgungslösungen in der Schweiz

Umsetzung in Phasen

1. Business Case

Die Entwicklung beginnt mit einem Business Case zur Gewinnung von Partnern und Finanzierung (siehe PDF zu Business Case). Voraussetzung für den Business Case ist ein echtes Patient:innen oder Kundenbedürfnis: Auf welchen konkreten Mangel soll die hybride Versorgungslösung reagieren? Welche Erwartungen erfüllt sie?


2. Konzept und Business Plan

Das Konzept beschreibt die Lösung im Detail (siehe 6 Umsetzungselemente). Im Business Plan werden die Kostenstruktur und notwendige Daten festgelegt, um Investoren zu überzeugen.

Ein erfolgreiches hybrides Versorgungsmodell erfordert den Beitrag aller relevanten Akteure. Dazu gehören:

  • Patient:innen und Angehörige
  • Leistungserbringer
  • Technologie-Expert/innen
  • Kostenträger

In der Erarbeitung eines Business Cases und eines Konzeptes sollten diese Akteure miteingebunden werden, sei es durch Befragungen (Bedürfnisse, Erfahrungen, Präferenzen) oder im Rahmen von Workshops.

Es ist hier vor Vorteil, führende Personen der Leistungserbringer schon früh in die Entwicklung und die Überlegungen mit einzubinden. Sogenannte Key Opinion Leader (KOL) können nicht nur wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse miteinbringen, sondern später auch in der Entwicklung, Lancierung und im Vertrieb eine unterstützende Rolle einnehmen.


3. Entwicklung MVP (Minimal Viable Product)

Nach Sicherstellung der Finanzierung wird die Lösung so weit entwickelt, dass sie als MVP in einem Pilotprojekt getestet werden kann. Zu einem MVP gehört u.a.

  • die Prozesse und Rollen der beteiligten Personen sind definiert
  • erste SOPs (Standard Operating Procedures) sind implementiert
  • beteiligten Personen sind ausgebildet
  • die zentralen digitalen Elemente sind entwickelt und getestet
  • die Einstufung des Produkts als Medizinprodukte gemäss Schweizer Recht ist geprüft (siehe auch BAG-Informationen zum Heilmittelgesetz).
  • die Vorbereitungen zum Test der Kernfunktionen in einer realen Umgebung (Pilotprojekt) sind abgeschlossen.


4. Pilotierung

Die Pilotierung setzt die hybride Versorgungslösung erstmals innerhalb einer definierten Gruppe und einem definierten Zeitraum ein. Diese Phase wird in der Regel intensiv begleitet, um Erfahrungen und Daten zu sammeln. Da diese Versorgungslösungen häufig komplexe Vorhaben mit neuen Prozessen, neuen Formen der Zusammenarbeit und neu entwickelten digitalen Elementen umfassen, liegt der Fokus darauf,

a) Herausforderungen bei der Implementierung zu identifizieren,

b) Hinweise für die Optimierung des MVP zu gewinnen

c) erste Daten zur Generierung von Evidenz zu sammeln.


5. Optimierung

In der Folge wird in der Optimierung die hybride Versorgungslösung aufgrund der Erfahrungen und Daten aus der Pilotierung nochmals überarbeitet und verbessert.

  • Die Technologie, Prozesse und/oder das Geschäftsmodell werden angepasst.
  • Die Massnahmen werden definiert, wie man die Anwendenden (Leistungserbringende, Patient:innen, Angehörige) in der Anpassung von Prozessen und Arbeitsweisen am besten begleitet und unterstützt kann (Einführung, Schulung, Nachbetreuung).
  • Parallel finden weitere Gespräche mit potentiallen Kundinnen und Kunden statt, um so die Lancierung vorzubereiten.
  • Auch in dieser Phase gilt es nochmals zu klären, welche Daten benötigt werden, um die Zahler/Käufer der Lösung von deren Nutzen überzeugen zu können.


6. Lancierung

In der Lancierung wird die Markteinführung entwickelt und umgesetzt. Vertriebskanäle werden aufgebaut, Kunden akquiriert und Partrnerschaften abgeschlossen. Die Skalierung der Lösung für den breiten Markt wird in dieser Phase vorbereitet.